Der Priming Effekt

Priming Effekt: Wie uns die Umgebung unbewusst beeinflusst
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Wie uns die Umgebung unbewusst beeinflusst

Der Priming Effekt ist die Tendenz, dass ein Reiz, wie z.b. Ein Wort, ein Bild, ein Geruch, eine Geste oder Ähnliches Gedächtnisinhalte unbewusst aktiviert und somit unsere Entscheidungen beeinflusst. Unsere Handlungen und Emotionen werden durch Ereignisse „geprimed“ denen wir uns nicht einmal bewusst sind.

Beispiel:
Ein Beispiel dafür, wie wir uns durch Priming beeinflussen lassen können wir anhand des folgenden Experiments sehen.

Stellen Sie einem Freund oder Familienmitglied folgende Fragen und beobachten sie welche Antworten Sie bekommen. Dabei soll der Befragte die Antworten schnell und ohne nachdenken geben.

„Welche Farbe hat der Schnee?“
„Welche Farbe hat die Wand?“
„Welche Farbe haben die Wolken?“
„Was trinkt die Kuh?“

Typischerweise sind die Antworten: weiß, weiß, weiß und Milch. Eine Kuh trinkt jedoch Wasser. Das ist ein schönes Beispiel, wie wir uns durch Priming unbewusst beeinflussen lassen.

Priming Experimente

Ein bekanntes Experiment zum Priming-Effekt ist jenes von Fritz Strack. In diesem Experiment legten sie einer Gruppe von Versuchspersonen einen Fragebogen mit folgenden Fragen vor:

  • „Wie glücklich sind sie zur Zeit?“
  • „Wie viele Verabredungen hatten Sie im vergangenen Monat?“


Zwischen den Antworten auf diese Fragen gab es keinen statistisch signifikanten Zusammenhang.

Einer zweiten Testgruppe legten sie den selben Fragebogen vor, jedoch mit einer vertauschten Reihenfolge der Fragen:

  • „Wie viele Verabredungen hatten Sie im vergangenen Monat?“
  • „Wie glücklich sind sie zur Zeit?“


Jetzt gab es einen hohen Zusammenhang mit einem Korrelationskoeffizienten von 0,66.

In anderen Experimenten hat man herausgefunden, dass Menschen, die auf das Thema „Geld“ geprimed wurden, länger an schwierigen Aufgaben arbeiten bevor sie um Hilfe bitten, weniger hilfsbereit und lieber allein sind.

Andere Tests haben ergeben, dass Versuchspersonen die auf das Thema „Altern“ geprimed wurden langsamer gehen. Umgekehrt wurde eine andere Testgruppe aufgefordert sich wie ältere Menschen langsam zu bewegen. Es stellte sich heraus, dass es ihnen im Gegensatz zur Kontrollgruppe deutlich leichter viel, für das Alter spezifische Wörter zu merken. Dieser Sachverhalt wurde unter dem Begriff Florida-Effekt bekannt.

In einem anderen Experiment wurde eine Gruppe auf „Erfolg“ durch die Wörter „gewinnen“, „erfolgreich sein“, „Wettkampf“, geprimed. Der Kontrollgruppe wurden Wörter wie „Schildkröte“, „grün“, „Lampe“ vorgelegt. Es zeigte sich, dass die Gruppe, die auf Erfolg geprimed wurde erheblich bessere Ergebnisse bei Aufgaben erzielte.

Der ideomotorische Effekt

Ein besonderes Priming Phänomen ist der ideomotorische Effekt. Der ideomotorische Effekt beeinflusst eine Handlung durch eine Vorstellung. Das bedeutet, dass das Denken an eine bestimmte Bewegung die Tendenz zur Ausführung eben dieser Bewegung auslöst.

Mit folgender Übung können sie sich selbst primen: Wenn wir einen Bleistift horizontal im Mund zwischen den Zähnen halten, werden wir zu einem Lächeln gezwungen. Dadurch finden wir Dinge lustiger. Wenn wir den Mund zu einem „O“ formen und den Bleistift vom Gesicht weg zwischen den zu einem „O“ geformten Lippen halten, zwingt uns das zum Stirnrunzeln und wir werden ernster.

Wie wirkt sich der Priming Effekt auf unser Trading/Investment aus?

Aus der Forschung wissen wir, dass äußere Reize auf uns wirken und beeinflussen. Wir werden unzählige Male pro Tag geprimed und wir selbst primen auch andere ohne das wir es bewusst merken.

Was können wir gegen den Priming Effekt machen?

Unser Erfolg beim Traden und Investieren hängt zu einem Teil auch vom Priming Effekt ab. Wir sollten uns selbst auf „Erfolg“ primen. Wenn wir uns selbst einreden, dass wir schlechte Trader/Investoren sind, oder immer nur Pech haben, dann primen wir uns selbst auf Misserfolg. Deshalb fokussieren wir uns darauf nach Zielen und Lösungen zu suchen anstatt auf Hindernisse und Probleme.

 

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