Ergebnisfehler

Ergebnisfehler: Zum Schluss wissen wir immer alles besser
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Zum Schluss wissen wir immer alles besser!

Der Ergebnisfehler (englisch Outcome Bias) ist die Tendenz von Menschen eine Entscheidung anhand ihres Endergebnisses zu beurteilen, anstatt auf die Qualität der Entscheidung zum Zeitpunkt der Entscheidung.

Bei der Beurteilung von Entscheidungsträgern übt der Rückschaufehler einen schädlichen Einfluss aus. Er veranlasst einen Dritten dazu eine Entscheidung nach dem Ergebnis (positives oder negatives Ergebnis) zu beurteilen, anstatt zu beurteilen ob der Prozess der Entscheidungsfindung gut war.

Wenn die Ergebnisse schlecht sind, machen die Auftraggeber oftmals ihre Beauftragten dafür verantwortlich, dass sie die Zeichen nicht gesehen haben. Dabei vergessen sie jedoch, dass diese Zeichen erst im Nachhinein sichtbar wurden. Manche Handlungen, die im Vorfeld vernünftig klangen, können in der Rückschau als nachlässig erscheinen. Dabei gilt: Je schlimmer die Folgen umso größer der Rückschaufehler.

Umgekehrt dazu werden Führungspersonen, die Glück hatten, belohnt und nicht dafür bestraft unverhältnismäßig hohe Risiken eingegangen zu sein. Stattdessen glaubt man, dass diese Führungspersonen Gespür und Weitblick besessen haben, um den Erfolg vorherzusehen. Die Personen, die an diesen Führungspersonen zweifelten, werden in der Rückschau dann als zurückhaltend und schwach beurteilt. Einige glücklich ausgegangene Wagnisse können einer rücksichtslosen Führungsperson dann mit einem Halo der Voraussicht und Kühnheit umgeben.

Natürlich beeinflussen Führungspersönlichkeiten und Führungspraktiken den Erfolg von Unternehmen am Markt. Dies wurde durch systematische Forschung bestätigt. Der Effekt ist jedoch viel kleiner als uns die Wirtschaftslektüre weis machen will. Eine großzügige Schätzung der Korrelation zwischen dem Erfolg des Unternehmens und der Qualität des Chefs, liegt nur 10% über der Zufallsschätzung, was die oft heldenhafte Verehrung von Chefs keinesfalls gerechtfertigt. Die meisten von uns erwarten hier einen höheren Wert. Dies sollte uns darin zu denken geben, dass wir dazu neigen die Vorhersagbarkeit der umgebenden Welt zu überschätzen.

Der Glaube die Vergangenheit verstanden zu haben ist eine Illusion und nährt auch die Illusion, dass man die Zukunft vorhersagen und kontrollieren könne. Diese Illusionen sind beruhigend, sie verringern unsere Angst, wenn wir uns die Ungewissheit der Zukunft bewusst machen würden. Wir alle streben nach der beruhigenden Botschaft, dass unsere Handlungen die gewünschten folgen haben und das Klugheit und Mut von Erfolg gekrönt ist. Viele Wirtschaftsbücher sind genau auf dieses Bedürfnis zugeschnitten.

Bücher über Leistungen von Topmanagern liegen nur geringfügig über der Zufallsrate. Die Verbraucher suchen nach einer eindeutigen Botschaft über diejenigen Faktoren, die zu Erfolg und Misserfolg führen und brauchen konsistente Geschichten die Sinnzusammenhänge vermitteln.

Wie wirkt sich der Ergebnisfehler auf unser Trading/Investment aus?

Wir beurteilen unsere Trades/Investments am Ende, also wenn wir einen Verlust oder einen Gewinn realisiert haben. Dies ist ein Ergebnisfehler, denn eigentlich müssen wir bewerten ob die Entscheidung zu Beginn des Trades/Investments gut war oder nicht. Also nicht jeder Verlusttrade war eine schlechte Entscheidung und nicht jeder Gewinntrade war eine gute Entscheidung.

Was können wir gegen den Ergebnisfehler machen?

Das einzige Mittel, um diese Fehler zu vermeiden ist Tagebuch über unsere Trading-/Investitionsentscheidungen zu führen und alles zu dokumentieren, was uns zu dieser Entscheidung gebracht hat.

Nach einigen Trades/Investitionen können wir auswerten, welche Ursprünglichen Entscheidungen zu welchem Ergebnis führten und darauf unsere Strategie, ohne den Ergebnisfehler zu manchen, anpassen. Wir können aus vergangenen Handelsentscheidungen lernen und Handlungsprinzipien für zukünftige Entscheidungen ableiten.

Aufgabe:
Schreiben Sie den heutigen Kurs der Kryptowährungen, in die sie investieren wollen oder schon investiert haben nieder. Geben Sie nun eine Schätzung ab, wo sich der Kurs aller Kryptowährungen in genau 6 Monaten befinden wird. Dokumentieren Sie auch, warum Sie glauben, dass sich der Kurs genau dort befindet. Welche Informationen oder Faktoren haben Sie für ihre Einschätzung eingesetzt? Dokumentieren Sie so genau wie möglich! Tragen Sie sich eine Erinnerung in ihren Kalender und überprüfen Sie in 6 Monaten die Realität mit ihrer Prognose. Diese Aufgabe führt zu der schmerzhaften Einsicht, dass wir mit unseren Vorhersagen fast immer daneben liegen – obwohl wir im Nachhinein gerne das Gegenteil behaupten (Rückschaufehler).

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